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Trier im 11. Jahrhundert

aus 978-3-14-100268-3 auf Seite 28 Abb. 2
Diercke Karte Trier im 11. Jahrhundert

 
Trier im 11. Jahrhundert

Als Hauptstadt des Weströmischen Reiches und größte Stadt nördlich der Alpen hatte Trier seine Blütezeit in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Trotz des Niedergangs nach dem Ende des Römischen Reiches blieb Trier – wie viele römische Stadtgründungen – für die Überlieferung antiker Traditionen wichtig. Besondere Bedeutung kam Trier hier als Bischofsstadt zu.

Trier im Früh- und Hochmittelalter
Die Stadtbevölkerung von Trier wurde bereits im 3. Jahrhundert christianisiert. Ab etwa 270 n. Chr. ist in Trier ein Bischofssitz nachgewiesen. Allerdings erfuhr Trier seit der Spätantike schwere Zerstörungen, beginnend mit der Einnahme durch die Franken im Jahr 475 sowie durch Raubzüge der Wikinger im 8. und 9. Jahrhundert. Beim Auf- und Ausbau der Stadt ab dem 10. Jahrhundert war für Trier erneut seine Bedeutung als Sitz des Trierer Erzbischofs günstig. Zunächst zum Herzogtum Lothringen gehörend, wurde Trier ab dem 10. Jahrhundert Teil des ostfränkischen Reichs. Innerstädtisch blieb die Herrschaft zwischen dem städtischen Rat und dem Erzstift, der Verwaltung des Erzbischofs, umstritten. Im Übergang vom hohen zu späten Mittelalter setzte sich der Erzbischof auch innerhalb der Stadt als Machthaber durch.

Die Struktur der mittelalterlichen Stadt
im Mittelalter blieb die Struktur der römischen Stadtanlage weithin erhalten. Am Ende des 10. Jahrhunderts wurde der Dombering als geschlossener Bereich um den Dombezirk angelegt. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadtmauer erneuert, die nach Fertigstellung im Jahr 1248 die Stadt vollständig umschloss. Auch wenn die Struktur der römischen Stadt noch zu erkennen war, so umfasste die Stadtmauer im Hochmittelalter nur noch die Hälfte des römischen Stadtgebiets. Das Zentrum der Stadt verschob sich in den Norden hin zum Dom, der in der Mitte des Kloster- und Stiftsbezirks lag. Die streng geometrische Aufteilung der römischen Stadt, die in den Militärlagern ihren Ursprung findet, wird zugunsten einer verwinkelten Stadtstruktur insbesondere rund um den Marktplatz aufgegeben.
Dies spiegelt sich auch in dem Straßennetz der mittelalterlichen Stadt wieder. Die alten römischen Fernstraßen nach Norden, Süden und Südosten blieben erhalten. Die innerstädtischen Straßen in dem antiken Bebauungsgebiet existierten jedoch nur in Resten. Neu entstanden Straßen und Wege rund um den Markt- und Dombezirk, die nicht mehr der geometrischen Stadtanlage folgten, sondern strahlenförmig auf das neue Zentrum zuliefen.
M. Nissen



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