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Karlsruhe - Innenstadt

aus 978-3-14-100260-7 auf Seite 6 Abb. 3
Diercke Karte Karlsruhe - Innenstadt

 
Karlsruhe - Innenstadt

Mit rund 296 000 Einwohnern (Stand 2011) ist Karlsruhe – nach Stuttgart und Mannheim – die drittgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Die Stadt ist Sitz des Bundesgerichtshofs und des Bundesverfassungsgerichts; Karlsruhe gilt auch als „Stadt des Rechts“. Karlsruhe wurde im Jahr 1715 gegründet und ist damit eine relativ junge Stadt. Den Mittelpunkt der geplant angelegten Stadt bildet der Turm des Karlsruher Schlosses. Vom Schloss führen insgesamt 32 Straßen und Wege strahlenförmig in alle Richtungen. Beim Blick von oben erscheint die Anlage wie ein Fächer (vgl. Senkrechtluftbild 6.2). Dieser besondere Stadtumriss brachte Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“.

Die heutige Innenstadt
Das äußere Bild der Innenstadt ist vor allem geprägt vom Schloss mit dem Schlossgarten und dem Schlossplatz. Das Schloss besteht aus zwei Flügeln und dem achteckigen Schlossturm. Vom Turm aus kann man auf den Schlosspark und die Stadt blicken. Im Schloss selbst ist heute das Badische Landesmuseum untergebracht.
Die Schlossanlagen werden kreisförmig von der Straße Zirkel und dem Ahaweg umrundet. Innerhalb dieses alten Ringes befinden sich weitere Gebäude, in denen sich öffentliche, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen befinden, darunter das Institut für Technologie (auf der östlichen Seite) und das Bundesverfassungsgericht (auf der westlichen Seite). Westlich vom Schloss ist auch der Botanische Garten gelegen, der als die „grüne Oase“ der Innenstadt gilt; der Garten wird umrahmt von den historischen Bauten der Orangerie und der Kunsthalle sowie dem Gebäude des Bundesverfassungsgerichts. Östlich des Schlosses (rechter Kartenausschnitt) erstrecken sich die Gebäude der Universität, der ältesten technischen Hochschule Deutschlands.
Die Hauptachse nach Süden führt vom Schloss über den Marktplatz zum Ettlinger Tor (außerhalb des Kartenausschnitts). Der Marktplatz bildet den zentralen Punkt der Innenstadt und ist Teil der Fußgängerzone. Auf dem Platz erhebt sich die „Karlsruher Pyramide“, ein Wahrzeichen der Stadt. Unter der Pyramide liegt das Grab des Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm. Am Marktplatz befinden sich darüber hinaus die Stadtkirche und das Rathaus.
Die eigentliche Fußgängerzone und der Haupteinkaufbereich erstrecken sich auf der Kaiserstraße zwischen Kronenplatz im Osten (Ecke Kaiserstraße, Kronenstraße, Fritz-Erler-Str.) und Europaplatz im Westen. Direkt am Europaplatz – im Gebäude der ehemaligen Hauptpost – steht die „Post Galerie“, ein großes Einkaufszentrum mit über 50 Geschäften.
Ebenfalls im Kartenausschnitt ist die Kirche St. Stephan zu finden (zwischen Herrenstraße und Ritterstraße). Sie ist die älteste katholische Kirche in Karlsruhe und zugleich die größte Kirche der Stadt. Gegenüber von St. Stephan befindet sich die Landesbibliothek.

Projekt Stadtbahntunnel
Der Bau des Stadtbahntunnels ist Teil eines größeren Städtebauprojektes. Im Vordergrund steht die Untertunnelung der Kaiserstraße sowie der Südachse (darunter der Marktplatz). So sollen Straßenbahnen, die bislang oberirdisch verkehren, zukünftig im Untergrund fahren. Durch die Verlegung der Bahnen in den Untergrund soll insbesondere die Haupteinkaufsstraße vom Schienenverkehr entlastet werden. Gleichzeitig möchte man mehr Flächen für Geschäfte und Grünflächen schaffen. Der Beginn des Tunnelbaus war 2010, die Eröffnung ist für das Jahr 2016 geplant.
Das Projekt ist in der Bevölkerung sehr umstritten. In einem Bürgerentscheid sprach sich 2002 jedoch eine knappe Mehrheit für den Stadtbahntunnel aus.
S. Lemke

M2: Vom Bild zur thematischen Karte

Luftbilder
Auf dem Schrägluftbild (6.1) sind das Schloss und die angrenzende Innenstadt von Karlsruhe deutlich zu erkennen. Allerdings werden durch den schrägen Aufnahmewinkel des Fotos einige Gebäude und Flächen von anderen Gebäuden und Bäumen verdeckt. Um vom Bild zu einer thematischen Karte zu gelangen, wird ein zweites Foto aus der senkrechten Perspektive benötigt. Denn in Karten werden Räume so abgebildet, wie man sie genau von oben sehen würde. So bietet das Senkrechtluftbild (6.2) eine gute Übersicht über den betrachteten Raum – außerdem zeigt der obere Bildrand nach Norden: Die Aufnahme ist genordet. Weil Karten in der Regel ebenfalls nach Norden ausgerichtet sind, eignet sich das Senkrechtluftbild gut als Grundlage zur Kartenerstellung.

Maßstab und Generalisierung
Die Senkrechtaufnahme vom Karlsruher Schloss und Umgebung (6.2) wurde aus 1 000 Metern Höhe gemacht. Je nachdem, wie hoch der Aufnahmepunkt des Senkrechtluftbilds liegt, desto kleiner oder größer wird der Maßstab der später daraus entstehenden Karte. Der Maßstab benennt also immer das Verkleinerungsverhältnis einer Karte. Die Karte, die die Kartographen aus dem Senkrechtluftbild von Karlsruhe entwickelt haben (6.3), hat den Maßstab 1:15 000.
Da nicht jede Einzelheit der Landschaft in der Karte aufgenommen werden kann, vereinfachen Kartographen die Wirklichkeit bei der Herstellung einer Karte. Diesen Vorgang nennt man Generalisierung. Gebäude erscheinen dann oft nur im Grundriss. Andere, weniger bedeutsame Details wie zum Beispiel einzelne Autos oder Bäume werden in der Karte gar nicht berücksichtigt.
Bei Aufnahmen aus sehr großen Höhen ist die Darstellung der Wirklichkeit noch stärker verkleinert. Je stärker die Wirklichkeit verkleinert wird, desto kleiner ist der Maßstab der Karte. Bei kleinen Maßstäben, zum Beispiel bei einer Straßenkarte im Maßstab 1:250 000, gehen durch die Verkleinerung viele Einzelheiten verloren. Städte und Straßen erscheinen in diesen Karten nur noch als Kreise und Linien.

Legende
In der Legende wird jedes Kartenzeichen erklärt, sodass man die Karte einfach lesen kann. Kartenzeichen oder auch Signaturen sind Symbole, mit denen der Kartograph die einzelnen Objekte und Sachverhalte in der Karte darstellt. Meistens verwenden Kartographen ähnliche Symbole für die gleichen darzustellenden Objekte. So werden zum Beispiel zwei parallele graue (oder schwarze) Linien für die Darstellung von Straßen eingesetzt (vgl. Karte 6.3).
M. Schneider, S. Lemke



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