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Braunkohlenrevier Niederlausitz – Landschaftswandel

aus 978-3-14-100263-8 auf Seite 47 Abb. 2
Diercke Karte Braunkohlenrevier Niederlausitz – Landschaftswandel

 
Braunkohlenrevier Niederlausitz – Landschaftswandel

Die Niederlausitz liegt im Süden von Brandenburg. Die Region ist geteilt in einen sächsischen Teil bei Hoyerswerda und einen brandenburgischen Teil zwischen Senftenberg und Spremberg. Bekannt ist die Niederlausitz als Kohleabbaugebiet.

Entwicklung des Tagesbaus bis zur Wende…
Noch in den 1920er-Jahren war in der Niederlausitz vom Braunkohle-Tagebau keine Spur zu sehen. Es gab viele Wälder und ein wenig Landwirtschaft. Die Braunkohle spielte zwar bereits für die Industrie eine Rolle, wurde jedoch unter Tage gefördert. Der Bedarf an Braunkohle wuchs und schließlich hatten die Stollen ihre äußerste Kapazität erreicht. Der umfangreiche Tagebau nahm seinen Anfang.
In den 1950er-Jahren wurde die Region zum „Energiebezirk“ erklärt. Kraftwerke und Brikettfabriken entstanden, um die Energieversorgung der damaligen DDR zu sichern. Der Forst Hoyerswerda wich einem umfangreichen Tagebau. Die Region glich einer Mondlandschaft.

…und seit 1990
Nach der Wende erwiesen sich viele Firmen angesichts einer sich schnell wandelnden Wirtschaftslage als nicht rentabel und mussten schließen. Darunter auch viele Zechen. Zurück blieb lediglich die Tagebauanlage Welzow-Süd.
Nach dem Ende des Kohleabbaus wurden viele Flächen wieder für die Land- und Forstwirtschaft nutzbar gemacht. Bereits im Jahr 1991 gab es in der Niederlausitz große Sanierungsflächen. Stellenweise wurde weiter Braunkohle abgebaut (bis über 10 Mio. t pro Jahr). Im Rahmen der Sanierung wurden große Tagebaulöcher geflutet. 2010 gab es nur noch ein Tagebaurevier. So ist aus der ehemaligen Tagebauregion Niederlausitz eine Seelandschaft entstanden, die Wirtschaft und Ökologie in Einklang bringen soll. Derzeit werden rund 20 Tagebaulöcher geflutet. In wenigen Jahren soll sich die ehemalige Tagebauregion zu Europas größter Seenlandschaft, der „Lausitzer Seenlandschaft“ gewandelt haben.
Es ist eines der aufwendigsten Umweltsanierungsvorhaben in Deutschland. Vielfältige ökologische Projekte sollen aus der einstig vom Tagebau geprägten Niederlausitz ein begehrtes Naherholungsgebiet machen. Gleichzeitig werden viele alte Industriebauten erhalten und saniert und als Orte für Industriekultur für den Tourismus „fit“ gemacht.
J. Seibel



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