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Sachsen-Anhalt – Wirtschaft

aus 978-3-14-100270-6 auf Seite 22 Abb. 1
Diercke Karte Sachsen-Anhalt – Wirtschaft

 
Sachsen-Anhalt – Wirtschaft

Wirtschaftsstruktur und Entwicklung
Die Industrie- und Bergbaustandorte in Sachsen-Anhalt zählten zu den bedeutendsten in der DDR. Heute sind die einzig verbliebenen Braunkohletagebaue Profen (nördlich von Zeitz) und Amsdorf (westlich von Halle) (siehe auch Erläuterungen zur Karte 19.2 „Halle-Leipzig – Wirtschaft“). Kali- und Steinsalz werden bei Zielitz und Bernburg gefördert. Den weitaus größten Teil der Wertschöpfung leistet heute der Dienstleistungssektor. Die Universitäten von Halle und Magdeburg sowie die Fachhochschule Anhalt in Bernburg und Dessau treiben das Projekt einer Bioregion Sachsen-Anhalt voran. Wichtigster Industriezweig ist jedoch nach wie vor die chemische Industrie mit den Hauptstandorten Leuna (Raffinerie), Schkopau und Bitterfeld (siehe unten). Seit dem Niedergang der meisten industriellen Großbetriebe kämpft die Region mit ungünstigen strukturellen Rahmenbedingungen. Deshalb liegt die Arbeitslosigkeit weit über dem Bundesdurchschnitt. Wanderungs- und Pendlerraten sind allgemein sehr hoch, besonders im wenig industrialisierten ländlichen Raum.
Das Verkehrsnetz ist vor allem im Süden von Sachsen-Anhalt gut ausgebaut. Die wichtigsten Verkehrsknoten sind Magdeburg (mit Wasserstraßenkreuz) und Halle. Obwohl das Verkehrsnetz seit der deutschen Wiedervereinigung bereits umfangreich aus- und neugebaut wurde (siehe auch Erläuterungen zur Karte 23.2 „Raumordnung“), befinden sich noch einige Projekte im Bau. Im Rahmen der Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg–Erfurt–Halle/Leipzig–Berlin ist zum Beispiel der Ausbau der Strecke Halle/Leipzig–Berlin abgeschlossen, hingegen wird an der Strecke Erfurt–Halle/Leipzig noch gebaut (siehe auch Erläuterungen zur Karte 10.1 „Naturpark Saale-Unstrut-Triasland – Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8).

Das mitteldeutsche Chemiedreieck
Unter diesem Begriff versteht man den industriellen Ballungsraum um Halle, Bitterfeld und Merseburg, der mit Leipzig und Schkeuditz auch auf sächsisches Gebiet übergreift. Der Name stammt aus DDR-Zeiten, als man für die Region mit dem Slogan „Chemie bringt Brot, Wohlstand und Schönheit“ warb. Die Kehrseite der Medaille wurde verschwiegen: Das Chemiedreieck gehörte zu den am höchsten belasteten Regionen in der DDR. Dazu kam die Luftverschmutzung durch die Braunkohleverbrennung. Nach der Wende wurden die Umweltschäden weitgehend beseitigt. Seinen Namen trägt das Chemiedreieck aber immer noch zu Recht. Die Säulen der chemischen bzw. petrochemischen Industrie sind die chemischen Werke in Piesteritz (Stickstoffprodukte), Bitterfeld-Wolfen (Chlorchemie, pharmazeutische Produkte), Zeitz (Bioethanol), Schwarzheide (Kunststoffe, Lacke, Pflanzenschutzmittel), Schkopau (Polymere, Braunkohlekraftwerk), Böhlen (petrochemische Industrie, Braunkohlekraftwerk) und vor allem Leuna (Raffinerie, Basis-Chemikalien, Kunststoffe), die alle durch Pipelines vernetzt sind.
E. Astor, U. M. Buchheim



Stichworte: Bergbau Industrie Mitteldeutsches Chemiedreieck Sachsen-Anhalt Verkehr Wirtschaft


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