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Mittelgebirge Harz

aus 978-3-14-100270-6 auf Seite 26 Abb. 1
Diercke Karte Mittelgebirge Harz

 
Mittelgebirge Harz

Der Harz erstreckt sich über eine Länge von 110 Kilometern von Seesen (Niedersachsen) bis Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt). In Sachsen-Anhalt liegen der Unterharz und der östliche Teil des Oberharzes mit dem höchsten Berg des Mittelgebirges, dem Brocken (1142 Meter). Bei einer Höhendifferenz von rund 900 Metern umfasst der Harz sechs Höhenstufen der Vegetation und bildet die Heimat von über 5000 Tierarten.

Auf der Luvseite empfängt das Gebirge große Niederschlagsmengen, auf dem Brocken sind es pro Jahr knapp über 1814 Millimeter Regen und Schnee. Dagegen fallen auf der Leeseite im Osten lediglich 600 Millimeter Niederschlag. Die zahlreichen Flüsse entwässern im Osten zur Elbe und im Westen zur Weser. Von den 17 Talsperren sind die Rappbodetalsperre in Sachsen-Anhalt und die Innerstetalsperre in Niedersachsen die größten.

Bergbau
Lange war der Bergbau der bestimmende Wirtschaftszweig im Harz. Der Schwerpunkt lag im Abbau von Silber, Blei und Zink. Im östlichen Harzvorland wurde bis 1990 Kupferschiefer abgebaut. 2007 stellte die Grube „Wolkenhügel“ in Bad Lauterberg als letztes Bergwerk ihren Betrieb ein. Zahlreiche Orte im Oberharz und am Harzrand haben ihre Entwicklung dem Bergbau zu verdanken.

Tourismus
Bis 1990 verlief die deutsch-deutsche Grenze durch den Harz. Grenznahe Gebiete wie das Brockenplateau waren militärisches Sperrgebiet. Heute besuchen jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen die Brockenregion. Der Harzer Hexenstieg führt als knapp 100 Kilometer langer Wanderweg von Osterode über den Brocken bis nach Thale. 2007 wurden Wanderstrecken verschiedener Schwierigkeitsstufen sowie 222 Stempelstellen zu dem länderübergreifenden Projekt „Harzer Wandernadel“ zusammengefasst. Im Sommer 2010 lösten sich jedoch gewaltige Felsbrocken aus dem Hang der Rosstrappe. Die Felsbrocken stürzten auf einen der wichtigsten Wanderwege im Harz sodass das Tal nicht mehr passierbar war.
Mountainbiker können zwischen 60 ausgeschilderten Strecken und mehreren „Bikeparks“ wählen. Zahlreiche Flüsse und Talsperren bieten Möglichkeiten zum Wassersport. Auch die Zeugen der Geschichte sind beliebte Ziele des Tourismus, so Burg Falkenstein und die Burgruine Anhalt in Selketal, der Sachsen-Anhalt seinen Namen zu verdanken hat. Anziehungspunkte bilden darüber hinaus Schlösser wie die von Wernigerode, Blankenburg und Stolberg. Die Altstadt von Quedlinburg wurde von der UNESCO 1994 zum Weltkulturerbe erhoben (siehe auch Erläuterungen zur Karte 25.3 „Weltkulturerbe Quedlinburg“). Die Altstadt von Goslar gilt zusammen mit dem Bergwerk Rammelsberg bereits seit 1992 als UNESCO-Weltkulturerbe. Im Winter zieht der Harz durch seine Wintersportmöglichkeiten weitere Touristen an. Wichtige Wintersportorte in Sachsen-Anhalt sind Benneckenstein, Schierke und Hasselfelde.
Im Harz liegt das größte zusammenhängende Schmalspurbahn-Streckennetz Deutschlands – auf einer Länge von 140 Kilometern. Die Harzquerbahn verbindet Nordhausen mit Wernigerode, die Brockenbahn den Brocken mit der Station „Drei Annen Hohne“. Die Selketalbahn verkehrt zwischen Quedlinburg und Hasselfelde.

Nationalpark Harz
2006 entstand im Harz der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. Dazu wurden die beiden Nationalparks Hochharz (Sachsen-Anhalt, 1990) und Harz (Niedersachsen, 1994) zusammengefügt. Der Nationalpark Harz umfasst heute etwa ein Zehntel der Gesamtfläche des Mittelgebirges Harz und ist zu 96 Prozent bewaldet.
H. Kiegel, M. Schneider, S. Lemke



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