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Großer Gleichberg - physisch

aus 978-3-14-100271-3 auf Seite 7 Abb. 4
Diercke Karte Großer Gleichberg - physisch

 
Großer Gleichberg - physisch

Lage und Geologie
Der Große Gleichberg erhebt sich fast 680 Meter über dem Ort Gleichamberg, einer Gemeinde im Landkreis Hildburghausen im südwestlichen Teil von Thüringen. Auf dem Gipfel des vulkanischen Basaltkegels, aus dem der Große Gleichberg besteht, wurde ein Funkturm errichtet. Als Basaltkegel wird das Basaltgestein im Inneren eines erloschenen Vulkans bezeichnet, welches durch Verwitterung im Laufe der Zeit freigelegt wurde. Basalt entsteht, wenn dünnflüssiges Magma in Vulkanen an der Erdoberfläche austritt und schnell zu Lava erkaltet. Basaltkegel, wie der Große Gleichberg, kommen besonders häufig in Mittelgebirgen vor.
In knapp drei Kilometern Entfernung befindet sich neben dem Großen Gleichberg der Kleine Gleichberg, dessen Gipfel nur 642 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Der Große und der Kleine Gleichberg sind Teil der hügeligen bis zum Teil bergigen Landschaft der Region Grabfeld zwischen Südthüringen und Nordbayern. Der Große Gleichberg ist die höchste Erhebung dieser Hügelkette. Die Gleichberge sind vollständig bewaldet und bieten Wanderern viele Möglichkeiten um zu den Gipfeln aufzusteigen.

Geschichte
Seit Beginn der vorrömischen Eisenzeit (ca. 450 v. Chr.) siedelten Menschen in Südthüringen. Während der Bronzezeit (ca. 1200 bis 800 v. Chr.) wurden auf den Gleichbergen erstmals Befestigungsanlagen errichtet, deren Überreste bei Basaltabbauarbeiten im 19. Jahrhundert entdeckt wurden. Das größte eisenzeitliche Hügelgräberfeld Thüringens liegt am Fuße des Großen Gleichberges. Auf dem Kleinen Gleichberg wurden Reste einer keltischen Stadtanlage aus der Zeit von 600 bis 100 v. Chr. gefunden, die heute als Steinsburg bezeichnet wird.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Oktober 1943 von den Nationalsozialisten auf dem Großen Gleichberg eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald eingerichtet. Die inhaftierten Menschen des Konzentrationslagers wurden zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen. Die Kriegsgefangenen mussten in Steinbrüchen Basaltgestein aus dem Berg brechen. Unter den Zwangsarbeitern befanden sich viele kranke und schwache Menschen, die die Zwangsarbeit nicht überlebten. Insgesamt starben in dieser Zeit in dem Lager bei Gleichamberg mehr als 300 Menschen. Erst als die Alliierten im März 1945 nach Thüringen vorrückten, wurde das Zwangsarbeitslager aufgelöst. Die Alliierten kämpften im Zweiten Weltkrieg gegen das von Hitler angeführte Deutschland. Zu ihnen gehörten Frankreich, England, die USA und die ehemalige Sowjetunion. Um die hier von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen zu vertuschen, wurde das ganze Lager am Großen Gleichberg geräumt.
M. Schneider

M3: Vom Bild zur physischen Karte

Darstellung der Landhöhen
Auf einer physischen Karte wird, neben Siedlungsflächen, Verkehrswegen und Gewässern, das Relief der Erdoberfläche dargestellt. Auf dem Foto in der Seitenansicht (7.2) ist die Höhe des vulkanischen Basaltkegels des Großen Gleichbergs zwischen Römhild und Gleichamberg gut zu sehen. Um die Höhenunterschiede des Reliefs auch in der physischen Karte erkennbar zu machen, werden Berge, Steilküsten, Senken und Täler mithilfe von Höhenlinien, farbigen Höhenschichten, einzelnen Höhenangaben und einer Schummerung dargestellt. Als Schummerung bezeichnet man die Darstellung von Schatten an Erhebungen, z. B. Berghängen, damit diese plastischer wirken. Höhenlinien sind gedachte Linien, die Punkte in gleicher Höhenlage miteinander verbinden. Zwischen den Höhenlinien werden die einzelnen Höhenschichten in unterschiedlichen Farben eingefärbt. Niedrige Höhen zwischen 0 und 200 Metern werden in Grüntönen dargestellt. Über 200 Metern werden Berge in Brauntönen von Ocker bis Dunkelbraun dargestellt. Je höher ein Berg ist, desto dunkler der Braunton. Unterhalb des Meeresspiegels werden die Tiefen des Meeres in Blautönen deutlich gemacht. Je tiefer das Meer ist, desto dunkler der Blauton, mit dem das Meer dargestellt ist. Die höchsten Punkte einer Region werden zudem durch genaue Höhenangaben gekennzeichnet. Im Meer werden dagegen die tiefsten Punkte durch Tiefenangaben gekennzeichnet.
Ein Berg wird zunächst als dreidimensionales Blockbild dargestellt (7.1). Auf dem Blockbild werden die Höhenlinien und die Höhenstufen eingezeichnet. Dann erhält der Berg die Schummerung. Legt man diese beiden Bilder von dem Berg übereinander, erhält der Kartograph eine dreidimensionale Darstellung des Berges mit Höhenlinien, Höhenschichten und Schummerung. Zur Darstellung des Berges in der Karte wird die Darstellung verebnet. Durch die Höhenlinien und Höhenschichten ist die Höhe und Steilheit des Berges nach wie vor zu erkennen. Folgen viele schmale Höhenschichten aufeinander, ist der Berg oder die Küste sehr steil. Sind die einzelnen Höhenschichten jedoch sehr breit gestreckt, steigt die Höhe nur gemächlich an, das Relief ist eher flach. Die Landhöhen werden in der Legende der Karte durch das Blockbild erläutert.

Die physische Karte
Um eine vollständige physische Karte von einer Region zu erstellen, werden neben den Landhöhen auch Verkehrswege und Siedlungsflächen dargestellt. Auf einem senkrecht aufgenommenen Senkrechtluftbild (7.3) ist zwar die Höhe des Vulkanberges Großer Gleichberg nicht mehr zu erkennen, dafür aber Flüsse, der Ort Gleichamberg und die Vegetation der Umgebung. In der physischen Karte (7.4) werden Einzelheiten aus dem Senkrechtluftbild wie zum Beispiel die bebauten Flächen des Ortes Gleichamberg unterhalb des Großen Gleichbergs aufgenommen. Die Bodenbedeckung, wie Waldflächen oder Ackerflächen, werden nicht in einer physischen Karte eingezeichnet. Dafür wirken durch die eingezeichneten Höhenlinien, Höhenschichten, die Schummerung und einzelne Höhenangaben die Höhenunterschiede der Bergkuppe sehr plastisch und sind dadurch gut erkennbar.
M. Schneider



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