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Afrika – Bevölkerung

aus 978-3-14-100273-7 auf Seite 125 Abb. 3
Diercke Karte Afrika – Bevölkerung

 
Afrika – Bevölkerung

Bevölkerungsdichte
Die Bevölkerungsverteilung Afrikas wird stark von klimatischen Bedingungen und der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit der Regionen beeinflusst. Daher liegt die Bevölkerungsdichte in Afrika nur in einigen Regionen, die gut für die Landwirtschaft genutzt werden können, über 200 Einwohner je km2. Die große Wüstenregion der Sahara ist jedoch fast unbewohnt, da die Menschen hier keinen Ackerbau betreiben können. Auch die langen Dürrezeiten, in denen die Menschen in der Sahara kaum Trinkwasser finden, erschweren das Leben der wenigen Nomaden, die in dieser Region leben. Die meisten Menschen zog es daher in fruchtbarere Regionen entlang des Nils oder in die Küstenräume, welche ein günstigeres Klima aufweisen.

Bevölkerungswachstum
Die Bevölkerung in Afrika wächst sehr stark. Weltweit verzeichnet Afrika die höchsten Wachstumsraten. Seit 1950 hat sich die Bevölkerung fast verfünffacht, so dass 2010 fast eine Milliarde Menschen in Afrika leben. Auf der ganzen Welt leben zurzeit etwa 6,8 Milliarden Menschen. Die Bevölkerung Afrikas macht demnach fast 15 Prozent der Weltbevölkerung aus. Das die Bevölkerung in Afrika so stark wächst liegt an der hohen Geburtenrate, also daran, dass viele Frauen sehr viele Kinder bekommen. In vielen Familien werden Kinder als „Altersvorsorge“ angesehen. Sie sollen ihre Eltern später, wenn diese alt und krank sind, versorgen und pflegen. Oft werden die Frauen und Männer in Entwicklungsländern aber auch nicht über Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung aufgeklärt.

Verstädterung
Das Städtewachstum ist in Afrika, wie in den meisten Entwicklungsländern, sehr hoch. In Kairo, der größten Stadt in Nordafrika, leben heute über zehn Millionen Einwohner. 1950 waren es hingegen nur etwas mehr als zwei Millionen Einwohner. Und auch viele andere Städte, wie zum Beispiel Lagos, Dakar oder Addis Abeba, verzeichnen ein sehr großes Wachstum. Die Verstädterung nimmt zwar weltweit immer weiter zu, in vielen Entwicklungsländern verläuft dieser Prozess jedoch sehr schnell und in sehr starkem Ausmaß. Durch die rasant wachsende Bevölkerung schwellen viele Städte zu Megastädten an. Viele Menschen wandern aber auch aus ländlichen Regionen in die Städte ein, da sie hoffen, hier ein besseres Leben führen zu können. Diese Land-Stadt-Flucht wird häufig von einer sehr großen Armut der Menschen auf dem Land ausgelöst und erhöht den Bevölkerungsdruck in den Städten. Meistens ist die Infrastruktur, wie zum Beispiel die Wasserversorgung und -entsorgung, Schulen und Krankenhäuser, jedoch nicht auf so viele Einwohner ausgelegt. Viele eingewanderte Menschen leben daher unter sehr schlechten Bedingungen in Slums.

HIV/Aids
Durch die schlechte medizinische Versorgung und weil viele Menschen nicht über die Krankheit und den Schutz vor HIV aufgeklärt sind, infizieren sich in Afrika viele Menschen mit HIV/Aids und sterben. Am schlimmsten betroffen sind die Länder südlich der Sahara. Botsuana gehört beispielsweise zu den Ländern mit einer der weltweit höchsten Infektionsraten. Die beiden Bevölkerungspyramiden zeigen, dass in Botsuana die hohe Infektionsrate und die daraus folgende hohe Sterberate voraussichtlich dazu führen, dass die Einwohnerzahl von 2005 bis 2025 um mehr als eine halbe Millionen Menschen sinken wird. Frauen und Männer über 40 Jahren werden dann nur etwa 15 Prozent an der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Viele andere Länder im südlichen Afrika weisen ebenfalls hohe Infektionsraten und sehr viele Aids-Sterbefälle auf. Anders als in Botsuana sind dort die Geburtenraten allerdings so hoch, dass die Gesamtbevölkerung trotzdem wächst.
M. Schneider



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